Stripe & Shopify Auszahlungen in DATEV verbuchen
Online-Händler und SaaS-Unternehmen kennen das Problem: Stripe und Shopify zahlen Sammelbeträge auf Ihr Geschäftskonto aus, die mit dem tatsächlichen Umsatz wenig zu tun haben. Gebühren werden abgezogen, Rückerstattungen verrechnet, und am Ende passt der Betrag auf dem Kontoauszug nicht zu den Einzeltransaktionen. In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie Stripe- und Shopify-Auszahlungen korrekt in DATEV verbuchen.
Das Problem: Auszahlung ≠ Umsatz
Wenn Stripe oder Shopify Payments eine Auszahlung an Ihr Bankkonto vornimmt, ist der Betrag bereits um Gebühren, Rückerstattungen und eventuelle Reserven bereinigt. Ein Beispiel:
- Bruttoumsatz: 5.000,00 €
- Stripe-Gebühren (1,4% + 0,25€ pro Transaktion): -87,50 €
- Rückerstattung: -49,90 €
- Auszahlung auf Ihr Konto: 4.862,60 €
Wenn Sie nur den Auszahlungsbetrag als Umsatz buchen, stimmen Ihre Erlöse nicht. Die Gebühren müssen als Aufwand, die Rückerstattungen als Erlösminderung verbucht werden.
Die korrekte Verbuchung in DATEV
Für eine saubere Buchhaltung müssen Sie die Auszahlung in ihre Bestandteile zerlegen. So sieht die korrekte Buchung aus:
Im SKR03:
- Erlöse 19% USt: 8400 (Erlöse) an 1200 (Bank) — 5.000,00 €
- Stripe-Gebühren: 4970 (Nebenkosten des Geldverkehrs) an 8400 — 87,50 €
- Rückerstattung: 8730 (Erlösschmälerungen) an 8400 — 49,90 €
Im SKR04:
- Erlöse 19% USt: 4400 (Erlöse) an 1800 (Bank) — 5.000,00 €
- Stripe-Gebühren: 6855 (Nebenkosten des Geldverkehrs) an 4400 — 87,50 €
- Rückerstattung: 4730 (Erlösschmälerungen) an 4400 — 49,90 €
Wichtig: Die Stripe- und Shopify-Gebühren sind umsatzsteuerfreie Leistungen (da Stripe Payments in Irland sitzt und als Reverse-Charge abgerechnet wird). Achten Sie darauf, den richtigen Steuerschlüssel zu verwenden.
Methode 1: Verrechnungskonto nutzen
Viele Steuerberater empfehlen ein Verrechnungskonto (auch "Geldtransitkonto" oder "Durchlaufkonto") speziell für Payment-Anbieter. Im SKR03 bietet sich hierfür das Konto 1590 (Durchlaufende Posten) oder ein frei wählbares Konto an.
Der Ablauf:
- Jede einzelne Stripe-Transaktion wird auf das Verrechnungskonto gebucht (Bruttoumsatz)
- Gebühren werden vom Verrechnungskonto als Aufwand gebucht
- Die Auszahlung auf dem Bankkonto löst das Verrechnungskonto auf
Vorteil: Das Verrechnungskonto muss am Monatsende auf null stehen. Wenn es das nicht tut, wissen Sie sofort, dass eine Buchung fehlt.
Methode 2: Direkte Verbuchung der Auszahlungen
Die einfachere Methode — besonders für kleinere Unternehmen — ist die direkte Verbuchung der Auszahlungen. Hierbei buchen Sie den Auszahlungsbetrag als Erlös und die Gebühren separat als Aufwand. Diese Methode eignet sich, wenn Sie monatlich nur wenige Auszahlungen haben.
Shopify: Besonderheiten bei der Verbuchung
Bei Shopify kommen zusätzliche Komplexitäten hinzu:
- Shopify Payments vs. externe Payment-Provider: Wenn Sie Shopify Payments nutzen, werden die Auszahlungen direkt von Shopify vorgenommen. Bei externen Providern (z.B. PayPal, Klarna) läuft die Auszahlung über deren Systeme.
- Shopify-Abo-Gebühren: Die monatlichen Shopify-Gebühren (Basic, Shopify, Advanced) werden separat abgebucht und gehören auf ein anderes Aufwandskonto (z.B. 4964 "Internetkosten" im SKR03).
- Apps und Zusatzkosten: Kosten für Shopify-Apps werden ebenfalls als Betriebsausgaben gebucht.
Automatisierung mit KonverterPro
Manuell die Stripe- und Shopify-Auszahlungen aufzudröseln ist bei hohem Transaktionsvolumen kaum praktikabel. Hier kommt die Automatisierung ins Spiel.
KonverterPro kann Ihre Stripe- und Shopify-Auszahlungsdaten automatisch verarbeiten: Sie exportieren die Transaktionsliste aus dem Stripe- oder Shopify-Dashboard als CSV und laden sie hoch. Das Tool erkennt automatisch Gebühren, Rückerstattungen und Nettoumsätze — und erstellt daraus einen DATEV-kompatiblen Buchungsstapel mit korrekter Kontenzuordnung.
Export aus Stripe: So geht's
- Melden Sie sich im Stripe Dashboard an
- Navigieren Sie zu "Zahlungen" → "Alle Transaktionen"
- Setzen Sie den gewünschten Zeitraum
- Klicken Sie auf "Exportieren" → "CSV"
- Laden Sie die Datei in KonverterPro hoch
Export aus Shopify: So geht's
- Öffnen Sie Ihr Shopify Admin-Panel
- Gehen Sie zu "Finanzen" → "Auszahlungen"
- Wählen Sie den Zeitraum und klicken Sie auf "Exportieren"
- Laden Sie die CSV-Datei in KonverterPro hoch
Häufige Fehler vermeiden
- Brutto vs. Netto verwechseln: Buchen Sie immer den Bruttoumsatz als Erlös und die Gebühren separat als Aufwand.
- Umsatzsteuer auf Gebühren: Stripe-Gebühren unterliegen dem Reverse-Charge-Verfahren. Buchen Sie keine deutsche Vorsteuer auf Stripe-Gebühren.
- Zeitliche Abgrenzung: Stripe zahlt verzögert aus (in der Regel 2-7 Tage). Der Umsatz entsteht zum Zeitpunkt der Transaktion, nicht der Auszahlung.
- Währungsumrechnung: Bei internationalen Kunden können Wechselkursdifferenzen entstehen, die separat gebucht werden müssen.
Fazit
Die korrekte Verbuchung von Stripe- und Shopify-Auszahlungen erfordert etwas mehr Aufwand als eine einfache Bankbuchung. Mit der richtigen Methode — ob Verrechnungskonto oder direkte Verbuchung — und einer automatisierten Konvertierung ins DATEV-Format sparen Sie sich aber viel Zeit und Nerven. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die bevorzugte Methode und nutzen Sie Tools, die Ihnen die Aufbereitung abnehmen.
Kontoauszüge automatisch konvertieren?
Testen Sie KonverterPro kostenlos und sparen Sie Stunden manueller Arbeit.
Kostenlos registrieren